Über die Billeder Deutschen und ihre Heimatgemeinschaft


Über die Billeder Deutschen

Der Ort Billed liegt am südöstlichen Rand der Banater Heide, die geographisch Teil der Großen Ungarischen Tiefebene ist. Die Schwarzerde des Billeder Bodens und der relativ niedrige Grundwasserspiegel bestimmen die hohe Fruchtbarkeit der Felder.

1765 begann im Rahmen des Zweiten Schwabenzuges die deutsche Besiedlung des Ortes mit 252 deutschen Familien. 1766 werden 705 Einwohner in die Matrikelbüchern für Billed eigetragen. Die Einwohnerzahl erreicht im Jahr 1889 mit 5.410 Einwohnern – davon 5.254 Deutsche – den Höchststand.

Durch den Vertrag von Trianon werden 1920 zwei Drittel des Banats (mit rund 100 von Deutschen besiedelten Ortschaften), das bisher zu Österreich-Ungarn gehörte, und damit auch Billed, Rumänien zugeteilt. Die damit ver­bundenen Auflagen, betreffend die nationalen Minderheitenrechte, wurden vom rumänischen Staat nur mangelhaft umgesetzt.

Am 23. August 1944 wechselt das bis dahin mit Hitlerdeutschland verbündete Rumänien die Fronten und wird von den Sowjets besetzt. Die Deutschen Rumäniens werden kollektiv entrechtet:

  • Im Januar 1945 werden alle Jugendliche und Männer im Alter von 16 bis 45 Jahren sowie alle Frauen im Alter von 17 bis 30 Jahren, insgesamt 556 Personen, zu 5 Jahren Zwangsarbeit in sowjetische Strafgefangenenlager verschleppt.
  • Im März 1945 werden alle Deutsche enteignet, ihr Eigentum (Grundeigentum, Betriebe, Häuser, Wohnungen, Maschinen und Geräte, Nutztiere u.a.) wird an eine, aus anderen Landesteilen herbeigeführte rumänische Bevölkerung verteilt.
  • In den Jahren 1951-1956 werden erneut Billeder Deutsche verschleppt, diesmal in die Baragan-Steppe.

Die überwiegende Mehrheit der Deutschen möchte Rumänien verlassen - darf aber nicht. Durch ein Abkommen von 1978 zwischen der damaligen Bundesregierung und der rumänischen Regierung unter Ceausescu dürfen, durch inoffizielle Kopfgeldzahlungen, jährlich 12.000 Deutsche, als sogenannte Familienzusammenführung, in die BRD aussiedeln.
Zusätzlich müssen die Ausreisewilligen ca. 8.000 DM Kopfgeld pro Person an Securitate-Strohmänner bezahlen, Geld, das sie sich meistens von ihren, in der damaligen BRD lebenden Verwandten und Bekannten ausgeliehen hatten. Vom rumänischen Staat ausgeplündert und erst mal verschuldet, waren sie dennoch heilfroh, als sie in Deutschland angekommen sind wo sie beispielhaft aufgenommen wurden.

Zur Zeit (2014) leben noch 67 Deutsche in Billed. Über 3350 Billeder leben heute zerstreut in der ganzen Welt in 501 Ortschaften, davon über 90% in Deutschland.

Rumänien war das einzige kommunistisch regierte Land, das für seine nationalen Minderheiten, darunter auch die deutsche, Schulen und ein Kulturleben in derer Muttersprache ermöglichte, was selbst im europäischen Vergleich eine Ausnahme war.

Weitere Infos: Geschichtliche Kurzfassung

Die Heimatgemeinschaft (HOG) der Billeder

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Beim Billeder Heimattreffen zu Pfingsten 1975 in Karlsruhe wurde die Heimatgemeinschaft (HOG) gegründet und 1979 als eigenständiger Verein im Vereinsregister Schweinfurt eingetragen.

Die wichtigsten Ziele der HOG Billed:Vorstand der HOG Billed im Oktober 2013Vorstand der HOG Billed im Oktober 2013

  • die Erfassung aller Billeder
  • die Geschichte Billeds zu erforschen und zu dokumentieren
  • Kultur, Tradition und Brauchtum zu erhalten und dokumentieren
  • den bedürftigen Billedern zu helfen
  • Billeder Kulturdenkmäler zu erhalten
  • allen Billedern Zusammengehörigkeit und Gemeinschaftsgeist zu vermitteln.

Die HOG Billed gibt jährlich ein Heimatblatt heraus und veranstaltet jedes zweite Jahr ein Heimattreffen. Es finden jährlich ein oder zwei Busausflüge statt. Zu Allerheiligen treffen sich jährlich Billeder und Landsleute aus anderen Banater Ortschaften am Billeder Gedenkstein in Karlsruhe und gedenken ihrer Verstorbenen. Die HOG Billed wird auch durch ihren Ehrenvorsitzenden Peter Krier vertreten.

Die wichtigsten Leistungen der HOG Billed

  • Mitwirkung bei der Kirchenrenovierung 1974-1976 und der Herausgabe des Heimatbuches
  • Das Denkmal der Gemeinde in Karlsruhe, 1987
  • Das jährliche Heimatblatt, seit 1988
  • Die Instandhaltung der Friedhöfe in Billed
  • Die Sozialstation in Billed in Zusammenarbeit mit dem Hilfswerk der Banater Schwaben, 1994
  • Eine Videodokumentation über die Geschichte der Gemeinde, 1994
  • Die Renovierung des Kalvarienberges, 1996
  • Die Herausgabe eines Tonträgers mit Liedern des Kirchenchores, 1999
  • Das Ortssippenbuch in Zusammenarbeit mit Hans Wikete, 2000
  • Die Neugestaltung des Kriegsopferdenkmals in Billed, 2006
  • Die Kirchenrenovierung 2008-2009
  • Die Herausgabe von 2 Tonträgern mit Liedern der Blaskapelle, 2008 und 2011
  • Das Heimathaus mit Gästezimmern, 2010
  • Eine Ausstellung über die Geschichte der Gemeinde im Heimathaus, 2015
  • Die Internetseiten billed.de und heimathaus-billed.de, seit 1998 und 2011

Innerhalb der Heimatgemeinschaft sind der Kirchenchor, die Trachtengruppe und die Billed-Alexanderhausener Blaskapelle aktiv.