Vor 70 Jahren im Banat - Fotos von Willy Pragher
Willy Pragher (1908-1992) - Fotograf und Bildjournalist mit überregionaler Bedeutung
Bukarest: Willy Pragher bei Magdalena [Radulescu]
In Berlin und Stuttgart ging er zur Schule und an der Reimann-Schule in Berlin, der größten privaten Kunst- und Kunstgewerbeschule Deutschlands, wurde er auch in Fotografie ausgebildet. Ab 1932 arbeitete Willy Pragher als freiberuflicher Pressefotograf. Er besuchte häufig Rumänien, sein Großvater väterlicherseits war ein wohlhabender Händler in Bukarest.
Sein einzigartiger Nachlass von hunderttausenden Bildern befindet sich im Staatsarchiv Freiburg, darunter über 10.000 Rumänienbilder.
1937, 1943 und 1944 tangierte er auch das Banat, es sind 315 Aufnahmen vorhanden. Insbesondere bestechen die Fotos durch Sachlichkeit, die Aufnahmen aus Liebling und Paratz (Parta) sind einzigartig.
Am Montag, dem 15. Mai 1944, etwa um die Mittagszeit (nach den Schatten im Bild), ist er in Billed. Insgesamt 26 Fotos sind im Freiburger Staatsarchiv digitalisiert, 3 vom Kalvarienberg, 21 vom Hanfrösten sowie 2 Fotos betitelt "Junge mit Peitsche".
Wahrscheinlich war er nur auf der Durchreise, denn auf den 17. Mai sind Aufnahmen in der Gemeinde Lovrin mit Schülern der Banatia Temeschburg, der damals größten deutschen Bildungs- und Erziehungsstätte im Südosten Europas, datiert. Diesmal handelt es sich um perfekt inszenierte Auftragsarbeiten, wie man sie für eine Imagegestaltung gebrauchen kann.
Es sollte alles anders kommen. Verhaftet weil "Deutscher" wird er bis 1949 in die Sowjetunion zur Zwangsarbeit deportiert. Auch die abgelichteten Banatia-Schüler können mehrheitlich den Altersklassen angehört haben, 16-45 für Jugendliche und Männer sowie 18-30 für Frauen, die Anfang 1945 bis 1949 in die Sowjetunion verschleppt wurden.
Wenn man die Aufnahmen Praghers mit dem Wissen über die Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung, die heute standardmäßig als Nachbearbeitung zum Einsatz kommt, betrachtet, ist es erstaunlich wie exakt sie gestaltet sind: es gibt nichts zu retuschieren, der Bildausschnitt ist nicht zu verbessern. Allenfalls an der Tonwertverteilung ist man versucht zu schrauben, aber das liegt an den damaligen Filmmaterialien.
Die brauchten lange Belichtungszeiten und verfügten über einen geringen Belichtungsspielraum. Daher kommt es bei kontrastreichen Motiven zu "ausgefressenen" (d.h. nicht durchgezeichneten) Lichter und Schatten.
Beeindruckt war Pragher von der Banater Wolkenlandschaft. Die kommt jedoch durch Unterbelichtung zur Geltung, so dass Personen im Schatten nur noch als Silhouetten rüberkommen wie der Junge mit Peitsche aus Billed.
Allerdings verfügte die damalige Kameratechnik über einen gewichtigen Trumpf: die Möglichkeit der Motivfreistellung durch unscharfe Hintergrundgestaltung bei normalen Brennweiten, beispielhaft zu sehen bei den Aufnahmen mit den Kindern aus Liebling, heute nur mit sündhaft teurem digitalen Equipment machbar.
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